
Wir setzen uns seit Jahren für den Erhalt des Medienbusses ein. Auf Einladung der Stadtbibliothek Karlsruhe beteiligten wir uns am 8. Mai 2026 an einem Workshop zur zukünftigen Ausgestaltung des Medienbusses.
Der Medienbus ist eine Zweigstelle der Stadtbibliothek und hält alle zwei Wochen in 15 Karlsruher Stadtteilen jeweils für etwa eine Stunde. Vor Ort können unter anderem (Jugend-)Bücher, Comics, CDs, DVDs und weitere Medien ausgeliehen werden. In Beiertheim macht der Bus montags von 16:30 bis 17:30 Uhr in der Marie-Alexandra-Straße vor der Grundschule Station (vgl. https://stadtbibliothek.karlsruhe.de/).
Mit durchschnittlich knapp 100 Ausleihen pro Woche gehört der Standort Beiertheim zu den am stärksten genutzten Haltepunkten des Medienbusses. Gleichzeitig stellt der Medienbus insgesamt die ausleihschwächste Zweigstelle der Stadtbibliothek Karlsruhe dar. Der Bus wird zu 67 % von unter 18-Jährigen, also sehr stark von Kindern und Jugendlichen genutzt. 15 % der NutzerInnen sind zwischen 18 und 50 Jahren alt, 18 % über 50.
Aufgrund der Sparmaßnahmen der Stadt Karlsruhe ist die Zukunft des Medienbusses jedoch ungewiss. Das bestehende Fahrzeug ist zunehmend reparaturanfällig. Eine Neuanschaffung würde etwa 1,5 Millionen Euro kosten und ist angesichts der aktuellen Haushaltslage derzeit nicht realisierbar. Die Bibliothek hob hervor, dass größere Reparaturen künftig nicht mehr finanziert werden können. Hinzu kommt, dass das Personal deutlich reduziert werden muss und bestehende Stellen nicht erhalten bleiben können. Die Fortführung des Medienbusses in seiner bisherigen Form ist also nicht gesichert.
Die Bibliothek stellte drei mögliche Zukunftsszenarien vor:
• Option 1: 1-zu-1-Ersatz
Anschaffung eines neuen Medienbusses zum Preis von rund 1,5 Millionen Euro. Aufgrund der aktuellen Haushaltslage gilt diese Variante derzeit als nicht umsetzbar.
• Option 2: BibMobil
Der bisherige große Bus soll durch zwei kleinere Fahrzeuge ersetzt werden: eines mit Schwerpunkt auf Kinder- und Jugendmedien, das andere für ältere NutzerInnen. Das Konzept basiert auf Leseförderung und -erleben, das erfordert eine enge Zusammenarbeit mit Einrichtungen wie Ganztagsschulen und Begegnungsstätten. Statt feste Haltepunkte wöchentlich anzufahren, sollen die Fahrzeuge im Vier-Wochen-Rhythmus gezielt dort eingesetzt werden, wo viele Menschen zusammenkommen – etwa in Bildungseinrichtungen, auf Wochenmärkten oder Veranstaltungen. Auf diese Weise könnten zusätzliche Stadtteile erreicht werden, darunter auch Knielingen, wo die Bibliothek bislang nicht vertreten ist. Diese Variante wurde von der Bibliothek am ausführlichsten vorgestellt und wirkte möglicherweise auch deshalb am überzeugendsten.
• Option 3: Medienausgabe-Automaten
Möglich wäre auch die Aufstellung von Automaten, an denen Medien mithilfe der Bibliothekskarte ausgeliehen werden können. Die Einrichtungskosten würden pro Automat etwa 35.000 Euro betragen. Voraussetzung dafür sind verlässliche Kooperationspartner vor Ort. Der Vorteil dieser Lösung läge darin, dass kaum Personal der Bibliothek benötigt würde. Da die Automaten jedoch nicht regelmäßig von der Stadt befüllt werden könnten und der persönliche Kontakt vollständig entfallen würde, steht die Bibliothek dieser Option eher kritisch gegenüber.
Die Bibliothek betonte abschließend, wie wichtig ihr der direkte Austausch ist, und kündigte an, den Dialog mit uns weiterhin fortzuführen. Wir bleiben dran!